Die Idee hinter Klexo
Kinder sind neugierig. Das reicht.
Wer einem kleinen Kind dabei zusieht, wie es das Blatt einer Buche untersucht, sieht: Die Motivation ist schon da, das Lernen findet schon statt.
Keine Motivation, die erst geweckt werden müsste. Kein Lernen, das erst angestossen werden müsste.
Motivation und Lernen können durch ihre Umgebung gestützt oder gestört werden.
Aus dieser Beobachtung entstand Klexo. Wir versuchen nicht, Kinder zum Lernen zu bringen. Wir versuchen, das Lernen nicht zu stören, das ohnehin stattfindet.
Punktejagd und Leistungsdruck
In der Schule sind es Noten, in Lern-Apps sind es Sterne, Münzen und Ranglisten. Die Gründe für schulischen Leistungsdruck sind historisch und systemisch nachvollziehbar. Die Mechaniken in Lern-Apps funktionieren für Engagement-Optimierung. Gemessen an Tagesnutzung, Wiederkehr-Rate, Time-on-App. Für eine App, die Aufmerksamkeit aufrechterhalten will, ist das ein Erfolg. Aber für das Lernen?
Es ist gut belegt: Belohnungen für Tätigkeiten, die Kinder ohnehin interessieren würden, schwächen das Interesse an der Sache selbst.
Kämpft ein Kind mit dem Schulstoff, greift oft ein altbekanntes Denkmuster: «Du musst dich mehr anstrengen. Du musst dich besser konzentrieren. Du musst mehr üben.» Diese Sichtweise verortet den Mangel beim Kind. Sie nährt die Illusion, dass Erfolg in der Schule rein auf individueller Anstrengung beruht. Aber wenn das Lernen trotzdem scheitert, sind die Bedingungen verdächtig, nicht das Kind.
Was Klexo anders macht
Klexo orientiert sich deswegen an einigen Designprinzipien:
Lernen findet statt, wenn ein Kind etwas verstehen will
Klexo zwingt zu nichts. Keine Pflichtreihenfolge in der Spielbibliothek, keine Spiele, die erst freigeschaltet werden müssen. Keine virtuellen Belohnungen, keine Ranglisten. Level-Freischaltung innerhalb von Spielen gibt es nur, wo eine Reihenfolge dem Lernen wirklich hilft. Und Mathematik wird nicht spannender, weil bunte Belohnungen blinken. Das eigentliche Spiel sollte tragen, nicht die Verpackung drumherum. Unser Design ist deshalb bewusst schlicht gehalten.
Fehler sind Information, keine Niederlage
Eine falsche Antwort kostet nichts. Sie ist ein Schritt im Verstehen, kein Bewertungspunkt.
Tempo gehört dem Kind, nicht der Software
Wo Zeit nicht zum Spiel selbst gehört, wird keine gemessen. Ein Spiel dauert so lange, wie das Kind dafür braucht. Spiele können jederzeit geschlossen werden, ohne dass sie als «abgebrochen» markiert werden.
Was ein Kind erlebt, gehört dem Kind
Die Daten, die Klexo speichert, sind das Minimum, das nötig ist, damit ein Kind sein Spiel nach einer Pause wiederfindet. Weder Klexo noch Lehrpersonen und Eltern werden darüber informiert, wie «gut» ein Kind welches Spiel spielt.
Wer dahinter steht
Als ehemaliger Primarlehrer und Vater zweier Schulkinder habe ich mir lange eine solche Plattform gewünscht.
In einem Schulsystem, das Benotung fordert, musste ich zwangsläufig meinen Unterricht darauf ausrichten. Die im Unterricht gestellten Aufgaben sollen doch auf Prüfungen vorbereiten. Prüfungen, die ich als Lehrer dann «objektiv» und «fair» bewerten können soll. Einer ähnlichen Herausforderung begegne ich auch bei der Entwicklung von Klexo. Wie kann eine Web-App einem Kind sinnvolle Rückmeldungen geben, nachdem es ein Gedicht geschrieben hat? Klexo ist kein Ersatz für guten Unterricht, ersetzt auch keine Bücher und spannende Unterhaltungen. Aber: Da wo Silbenzählung, automatische Berechnungen oder die zufällige Anordnung von Elementen Vorteile bieten, sehe ich die Stärke einer App. Und so will ich die Lernplattform Klexo weiterentwickeln zu einer Lernumgebung, in der experimentiert, entdeckt und gelernt werden kann. Klexo hat keinen Anspruch, die richtige Antwort zu sein. Es ist eine bestimmte Antwort mit bestimmten Annahmen. Fragen, Kritik, Anregungen und Diskussionen sind willkommen: info@klexo.ch
Klexo finanziert sich durch die Abos der Familien und Klassen, die es nutzen. Nicht durch Werbung, nicht durch den Verkauf von Daten, nicht durch Investoren. Solange die Plattform die Infrastruktur deckt, läuft sie. Wachstum ist kein Selbstzweck.